2012


3. Westfalenmeister

Leichte Übung auf Bezirksebene - ausgebremst auf Landesebene

Von Wilhelm Michael (Text und Foto)

Die Anforderungen an die Tennis-Mannschaft  unserer Schule hielten sich bei den diesjährigen Bezirksmeisterschaften in überschaubaren Grenzen. War die Spannung des Endspiels im vergangenen Jahr nicht zu überbieten, so gehörten die Begegnungen gegen die Gymnasien aus Schloß Neuhaus und Herford eher in die Kategorie Pflichtübung. Unsere Gegner wurden nach allen Regeln der Tenniskunst beherrscht. Lediglich Max Schreiber konnte sich gegen seinen stark aufspielenden Herforder Kontrahenten nicht durchsetzen. Demgegenüber überzeugte Justus Römer in beiden Begegnungen ohne Spielverlust, also zweimal mit 6:0, 6:0. Marlon Gerstenberg zeichnete sich erneut als pfiffiger Stratege aus und hielt seinen eifrig kämpfenden Gegner sicher in Schach. Louis Weßels hat wie alle anderen auch enorm an Spielstärke zugelegt, und zwar insgesamt auf sehr hohem Niveau. Seine internationalen Auftritte geben ihm neben seiner kometenhaften Entwicklung im Umgang mit Schläger und Ball extrem viel Erfahrung und mentale Stärke. Last but not least sorgt Moritz Röttgen als Ergänzungsspieler stets für gute Laune und Betreuung auf der Bank. 

Leider wurde unser Team auf dem eingeschlagenen Weg in Richtung Landesfinale in Rödinghausen und Bundesfinale in Berlin bereits im Landesteil-Halbfinale in Attendorn ausgebremst. Das Dortmunder Goethe-Gymnasium war an den Positionen 2 und 3 zu stark besetzt. Max Schreiber und Marlon Gerstenberg haben alles gegeben, mussten sich aber  ihren souverän aufspielenden Gegnern aus Dortmund beugen. An Dramatik kaum zu überbieten war die Begegnung an Position 4. Während beider Sätze konnte sich kein Spieler deutlich absetzen. Folgerichtig musste Justus zweimal in den Tiebreak und konnte sich vor dem Hintergrund seiner spielerischen und vor allem taktischen Kompetenz jeweils mit 13:11 und 7:5 durchsetzen. Unbestritten entwickelte sich das Spitzenspiel zwischen Louis Weßels und Felix Ewers zu einem sportlichen Höhepunkt, der im sauerländischen Attendorn nicht alle Tage geboten wird. Während des ersten Satzes schenkte Louis der Dramaturgie auf dem Nebenplatz zu viel Aufmerksamkeit, um diesen für sich entscheiden zu können, konnte jedoch danach das Blatt wenden, allerdings teilweise auch nur unter Einsatz seiner letzten Reserven.
Dass ein Gesamtsieg bei dem Zwischenstand von 2:2 in unerreichbarer Ferne lag, war uns allen klar. Wie befürchtet, machten die Dortmunder das zweite Doppel besonders stark und ließen Justus und Max keine Chance. Zwar sorgten Marlon und Louis dank einer sehr soliden Leistung im ersten Doppel für den 3:3 Endstand, konnten aber die weiterführende Qualifikation der Freunde aus dem Ruhrgebiet, die sowohl mehr Sätze als auch Spiele auf ihrem Konto zu verbuchen hatten, nicht verhindern.

Unserer Mannschaft muss zu Gute gehalten werden, dass sie in der neuen Wettkampfklasse II die jüngeren Spieler stellt. Während wir im nächsten Jahr in der gleichen Klasse in der gleichen Besetzung antreten können, muss die Konkurrenz weitgehend auf ihre diesjährigen Leistungsträger verzichten. Somit sind unsere Blicke voller Zuversicht und Hoffnung auf 2013 gerichtet.

Ein sportlich derartig hochkarätiges Team, das zudem überall, wo es aufkreuzt, einen sympathischen Eindruck hinterlässt,  bereitet mir als Betreuer immer wieder ungetrübte Freude.