2010


Strahlende Gesichter trotz Niederlage! Hintere Reihe, von links: Max Schreiber, Louis Weßels, Betreuer Wilhelm Michael. Vordere Reihe von links: Marlon Gerstenberg, Philipp Kickert, Justus Römer.

Zweiter Sieger

WK III wird Vize-Bezirksmeister im Schultennis

Von Wilhelm Michael

Bei den diesjährigen Bezirksmeisterschaften im Schultennis der Wettkampfklasse III (1998-1995) haben Louis Weßels, Marlon Gerstenberg, Justus Römer, Max Schreiber und Philipp Kickert den Sieg und damit das Landesfinale hauchdünn verpasst. Gegen die starke Marienschule Bielefeld reichte ein Unentschieden nach vier Einzeln und zwei Doppeln (3:3) und Sätzen (6:6) leider nicht aus. Die knappe Differenz von sechs Spielen gab den Ausschlag für den verpassten Einzug ins Landesfinale und möglicherweise auch ins Bundesfinale in Berlin.
Dass unsere Mannschaft ganz oben mitspielen kann, hat sie am 10.5.2010 in Paderborn eindrucksvoll unter Beweis gestellt, indem sie auf der Grundlage ihrer Ausgeglichenheit ihren Vorrundengegnern Gymnasium Verl und Reismann Paderborn keine Chance ließ.
Während Louis Wessels, zurzeit die Nr. 3 des Jahrgangs 1998 der deutschen Rangliste, gegenüber seinen älteren und in der allgemeinen Rangliste wesentlich höher platzierten Gegnern nach aufopferndem Einsatz auf höchstem nationalen Niveau nur knapp das Nachsehen hatte, konnten seine Teamkollegen relativ locker die zum Sieg fehlenden Punkte einfahren. Hierbei erwies sich Philipp Kickert als nicht kleinzukriegende Kämpfernatur, der seine Gegner immer wieder mit seiner außerordentlichen Defensivstärke verblüffte. Zudem erwischte Max Schreiber einen Tag, an dem er das gesamte Schlagrepertoire von butterweich bis knüppelhart zelebrierte. Somit waren seine Kontrahenten mehr mit Bällesammeln als Tennisspielen beschäftigt.
Wesentlich bescheidener agieren musste Justus Römer, weil er seine Vorhand verloren hatte. Der Einsatz kreativer Kompensationsmaßnahmen führte nicht nur zu einem glücklichen knappen 7:6 im ersten Satz, sondern auch grenzenloser Verzweiflung jenseits des Netzes, das für seinen Widersacher immer mehr zu einem unüberwindbaren Hindernis wurde. Am Ende des zweiten Satzes stand es folgerichtig 6:0 für Justus und seine Kreativabteilung.
So riesig der Jubel über die Qualifikation für das Bezirksfinale war, so tief gestaltete sich eine Woche später in Herford die Enttäuschung über die knappe Niederlage gegen eine Mannschaft, die zwar gut aufgestellt, aber dennoch zu knacken gewesen wäre, wenn es uns hätte gelingen können, die Niederlagen knapper und die Siege eindeutiger ausfallen zu lassen. Auch der inzwischen genesene Marlon Gerstenberg musste sich offensichtlich im Zuge verletzungsbedingt mangelnder Matchpraxis seinem Gegenüber deutlicher geschlagen geben als in durchtrainierter Verfassung. An der Seite von Max Schreiber spielte er ein exzellentes Doppel, in dem Max im zweiten Satz die Handbremse löste und an die Form der Vorrunde erinnerte. Beide vermochten taktische Notwendigkeiten immer besser umzusetzen und ließen den Marienschülern aus Bielefeld keine Chance. Dagegen standen Justus und Louis im ersten Doppel auf verlorenem Posten. Das gegnerische Doppel mit immerhin zwei Kaderspielern machte alles richtig und erwies sich für uns als unbezwingbar.
Der achtbare Erfolg unserer Jungen, die sich dankenswerterweise engagiert für unsere Schule eingesetzt haben, lässt zuversichtlich in die Zukunft blicken. Im Gegensatz zu allen anderen Mannschaften dieser Runde kann das Grabbe im kommenden Jahr in unveränderter Besetzung antreten. Bis dahin wird hart gearbeitet, weitere Potenziale werden freigelegt und ausgebildet, ohne den Spaß am Tennissport zu verlieren.
Im Bewusstsein darüber, sich ein wenig weit aus dem Fenster zu lehnen, ist das Ziel Berlin dennoch nicht ganz unrealistisch, vor allem auch bei der außerordentlichen Betreuung, die zahlenmäßig kaum zu überbieten ist und einschließlich der Spieler insgesamt drei Generationen umfasst.
Berlin 2011, wir kommen!