2017

Eintauchen in eine fremde Welt

Eine Woche Israel und ein Besuch in Yad Vashem

Von Anja Vothknecht (Text & Fotos)

Frühstück ohne Schokocreme – geht das? Wenn man für eine Woche Gast in Israel ist und in einem Hostel wohnt, in dem israelisches Essen auf der Speisekarte steht, dann muss das gehen: Zum Frühstück findet sich auf dem Buffet nämlich Salat in den verschiedensten Kombinationen, meist sehr herzhaft mit Hirtenkäse und Oliven. Und natürlich Humus. Vollkornbrot? Fehlanzeige. Schokocreme? Gab’s ab dem dritten Tag immerhin in kleinen Mengen …
Vier Grabbianerinnen und ein Grabbianer – Maren Beermann, Clarissa Lührmann, Clara Wächter (alle EF) und Jiannis Gkekas (9k) mit Anja Vothknecht – waren im Rahmen eines Erasmus+-Projekts in Israel zu Gast und haben viel gelernt und erfahren. Und das gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern aus Nordrhein-Westfalen, deren Schulen wie das Grabbe eine Partnerschaft haben mit Yad Vashem, der israelischen Holocaust-Gedenkstätte. Die deutsche Gruppe hatte sich bereits im November an einem Wochenende in Münster kennen gelernt und traf jetzt auf 20 Schülerinnen und Schüler aus einer israelischen High School.
Es ging um den Holocaust in den Workshops und Zeitzeugenbegegnungen – und um viel mehr, um das Zusammenleben und das Erinnern heute, um die Zukunft und die Verantwortung, die die junge Generation heute trägt. Yad Vashem ist viel mehr als nur eine Gedenkstätte: Auf dem weitläufigen Campus gibt es neben der International School for Holocaust Studies, deren Gäste wir waren, ein historisches Museum, ein Kunstmuseum, eine Gedenkhalle für Staatsbesuche und alle offiziellen Anlässe, viele verschiedene kreative und berührende Gedenkstätten und hinter jeder Ecke immer wieder Neues zu entdecken. Vieles haben wir gelernt, manches begriffen, nicht alles verstanden, aber unendlich viel mitgenommen von den Tagen in Yad Vashem.
Und darüber hinaus haben wir das Leben in Israel kennen gelernt – in der Jerusalemer Altstadt mit ihren heiligen Orten und Basaren, auf den orientalisch anmutenden Märkten, am Mittelmeerstrand, in der Synagoge zu Beginn des Sabbat. Für uns alle war klar: Das war nicht der letzte Besuch in diesem faszinierenden Land!
Bevor wir wieder in den Flieger gen Heimat stiegen, konnten wir noch einen besonderen Termin wahrnehmen: Unsere deutsche Gruppe traf sich mit der Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann, die anlässlich des Holocaust-Gedenktages in Israel war. Wir berichteten von dem Projekt, an dem wir teilgenommen hatten. Frau Löhrmann hatte großes Interesse, weil ihr sehr wichtig ist, dass Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen sich mit diesem Thema auseinandersetzen um für die Zukunft zu lernen. Das Gespräch mit ihr und mit den Journalisten hat allen noch einmal klar gemacht, wie sehr diese Woche Israel uns alle geprägt und verändert hat.

Linksammlung von Eva Lettermann zum Thema: