Neanderthal

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Strom statt Busch

Neue Theorien über die Entwicklungsgeschichte des Menschen

Von Stina Ulbrich (Text) & Christopher Rock (Fotos)

Nach einer langen Zugfahrt vorbei an vielen „Strebergärten“ - und mit ein wenig Verspätung - kam der Bio LK Q2 von und mit Frau Niedermeyer am Dienstag, den 14.03.17, im Neanderthal an. Dort erwartete uns zuerst eine spannende Führung durch das Museum. Wir lernten die verschiedenen Homininen kennen, so wie „Mr. 4%“, erfuhren etwas über ihre Verbreitung, die Entwicklung ihrer Gebisse und der menschlichen Sprache. Uns wurde der Menschen-Strom erklärt, der heutzutage mehr und mehr die Vorstellung des Stammbusches ersetzt, und wir konnten die Forschungsboxen mit den neuesten Erkenntnissen aus der Evolutionsbiologie anschauen. Danach ging es ein Stückchen in den Wald hinein zu dem Haus, in dem der Workshop stattfinden sollte. Dort begrüßte uns die sehr motivierte Workshop-Leiterin. Wir teilten uns in Gruppen auf und bekamen pro Gruppe drei Schädelrepliken von unterschiedlichen Homininen. Nachdem uns die Leiterin den Unterschied zwischen Homininen und Hominiden erklärt hatte, lernten wir, die Schädel zu untersuchen. Zunächst gab es nur zögerliche Antworten, doch schließlich wusste Moritz sogar auf die Frage eine Antwort, die bisher niemand der Leiterin während ihrer Jahre im Museum beantworten konnte. Dann durften wir auch selbst, ausgestattet mit kleinen weißen Handschuhen, Stift und Papier, die Schädel begutachten und versuchen, Evolutionstrends festzustellen: Gibt es eine Tendenz zur Schnauze? U-förmiges oder V-förmiges Gebiss? Gibt es einen Scheitelkamm? Geschlechtsdimorphismus?  Schließlich legten wir alle zusammen selbst den Menschen-Strom nach - dabei immer im Vergleich mit uns selbst: „Schüler/Schülerin des Grabbe, Gattung Homo, Art sapiens sapiens, männliches/weibliches Exemplar“. Wie versprochen wurde uns die Evolution des Menschen dank des Workshops und der Führung um einiges deutlicher, wir können das Museum also nur empfehlen! Und jetzt hat nicht nur der Homo neanderthalensis seine Spuren im Neanderthal hinterlassen, sondern auch wir.