Lernort Archiv

Mäuse- und Tintenfraß auf der Spur

Von Eva Lettermann (Text und Fotos)

Seit der nunmehr sechsjährigen Kooperation zwischen dem Grabbe-Gymnasium und dem Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Ostwestfalen Lippe hat sich eine Heranführung der jungen Schülerinnen und Schüler an den außerschulischen Lernort Archiv bewährt. Gemeinsam mit Archivpädagogin Heike Fiedler gehen sie auf Entdeckungsreise. So tauchten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 6m und 6s in der letzten Woche in das der Öffentlichkeit eigentlich verschlossene Magazin, die Restaurations- und Fotografie-Werkstatt ein. Besonders beeindruckt zeigten sie sich von den bereit gelegten Urkunden mit den anhängenden Siegeln. Bei der Fotografin, Frau Gühlicher, erfuhren die Sechstklässler etwas über die Digitalisierung der Dokumente und hatten besonderen Spaß dabei, ihre Hände auf den Hochleistungsscanner zu legen. In der Restaurationswerkstatt lernten sie die verschiedenen Papiersorten und die Feinde der Archivalien kennen: Schäden durch Schimmel, Silberfische, Mäuse- und Tintenfraß werden hier bearbeitet. Im Gruppenarbeitsraum des Archivs erkundeten die Schülerinnen und Schüler abschließend die Bestandteile und den Aufbau einer mittelalterlichen Urkunde und wandten ihr neu erworbenes Wissen direkt an, indem sie selbst eine Urkunde verfassten. Fazit: Das Archiv ist ein spannender Lernort, der ungemein viel zu bieten hat.



Tobias und Tom interessieren sich besonders für die Plakatsammlung im Magazin (oben). Die Klasse 6s und Archivpädagogin Heike Fiedler begutachten eine Urkunde von 1705. Luca, Marlon, Carl, Tobias und Tom lassen ihre Hände scannen - inklusive Gips (links). Frau Gühlicher erklärt den Hochleistungsscanner (rechts).